Von Klassik bis zur Unterhaltungsmusik

Musikzug Störmede bot breite Palette seines Könnens beim Frühjahrskonzert. 20-jährige Vienna Dönni aus Störmede war der Stargast des Abends

Der 70. Geburtstag liegt hinter ihnen, an das große Jubiläumskonzert im letzten Jahr knüpfte der Musikzug Störmede jetzt an. Eindrucksvoll bezauberten die Musikerinnen und Musiker weit mehr als 500 Besucher in der Schützenhalle.Mit wirklich anspruchsvollen Stücken wie Wagners „unspielbarem" Tannhäuser, mit herzerfrischenden TV-Melodien von der Lindenstraße bis zur Schwarzwaldklinik und mit einer stimmgewaltigen Überraschung: Die 20-jährige Vienna Dönni war der Stargast des Abends und bewies mit dem Lied „What a feeling" aus dem Film „Flashdance" großes Gesangstalent.

Zum diesjährigen Frühjahrskonzert hatte der Musikzug die Gestaltung in der Schützenhalle erstmals leicht verändert. Und sehr zum Vorteil: Die Bühne war nun nicht mehr gegenüber der Theke, sondern rechts davon. Somit boten sich zum einen mehr Platz und auch ein deutlich besserer Blick auf das Orchester.

Das Programm bestach in bewährter Form durch einen Mix aus Klassik und populärer Unterhaltungsmusik. Letztere erhielt eine nostalgische Note - eine Hommage an unvergessene Titel der letzten Jahrzehnte. So wie Rod Stewarts sinnlich-berührendes „Sailing": Matthias Teiwes an der Mundharmonika - stilecht mit Kapitänsmütze und Sonnenbrille - und Michael Neubert an der Trompete, erzeugten mit ihrem Solo zu Anfang Gänsehaut-Stimmung. Wie facettenreich ein einfaches Volkslied klingen kann, zeigte der Musikzug mit Franz Schuberts „Der Lindenbaum". In dem Arrangement nach Roland Kreid erklingt das ursprünglich romantisch-schwermütige Lied mal „heiter geswingt" im Stil von James Last, mal ganz zünftig im Stil von Ernst Mosch.

Ein Stück stach sicherlich aus dem Programm heraus: Wagners „Tannhäuser". Dirigent Berthold Kutscher hatte Mut, gilt doch die opulente Oper, die 1845 in Dresden uraufgeführt wurde und die Musikwelt spaltete, als besonders schwer zu spielen. Der Musikzug Störmede wagte sich heran und präsentierte aus der Oper den Höhepunkt, den sehr feierlichen „Einzug der Gäste auf der Wartburg". Selten sah man das Orchester so schwitzen, vor allem die Klarinetten, und am Ende stolz und dankbar auf- und durchatmen. Dirigent Berthold Kutscher hatte wirklich Mut bewiesen - und sein Orchester besondere Leistungsstärke.

Im nächsten Jahr findet das Frühjahrskonzert des Musikzugs am 15. März statt.

Mehr Fotos vom Konzert gibt es hier!

(Quelle: Der Patriot vom 05. April 2007)