Besuch des Musikzuges in Berlin am Freitag, dem 23. Juni 2000


Am Freitag in der Früh fuhr man von Caputh nach Berlin. Die Strecke führte über die Bundesstraße 1 durch Potsdam, die Berliner Stadtteile Zehlendorf, Steglitz und Wilmersdorf bis in den Bezirk Tiergarten. Nach der Ankunft im Zentrum besichtigte man zunächst das Reichstagsgebäude. Von der Dachterasse aus konnte man sich einen Eindruck von der Größe der Stadt Berlin und vom Stand der Bauarbeiten an Europas größter Baustelle am Postdamer Platz machen. Besonders beeindruckt war man jedoch von der vom englischen Architekten Sir Norman Foster errichteten Glaskuppel, die schon ein ebenso berühmtes Wahrzeichen für Berlin ist wie das Brandenburger Tor. Einigen war es auch vergönnt, im Reistag den saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller aus der Nähe zu sehen.

Nach dem Besuch im Reichstag fuhr man zum ehemaligen Preußischen Landtag, in dem seit 1995 das Abgeordnetenhaus von Berlin - so heißt in Berlin der Landtag - tagt. Durch den Besuchsdienst des Abgeordnetenhauses wurden die wechselhafte Geschichte des Gebäudes - vor dem 2. Weltkrieg residierte dort Hermann Göring als letzter preußischer Ministerpräsident - und die Arbeitsweise des Parlaments erläutert sowie die Tätigkeit der Abgeordneten erklärt. Ein Rundgang in diesem historischen Gebäude, welches unmittelbar an das Bundesministerium der Finanzen (ehem. Reichsluftfahrtministerium) und das Bundesratsgebäude (ehem. Preußisches Herrenhaus) angrenzt, bildete den Abschluss des Besuchs in der Berliner Volksvertretung.

Dann kam der von vielen erwartete Höhepunkt des Besuchs: pünktlich um 12.30 Uhr stellte sich der Musikzug bei herrlichem Wetter auf dem Platz vor dem Brandenbrger Tor auf. Mit dem Marsch "Preußens Gloria" ging es durch das Brandenburger Tor über den "Pariser Platz" auf den Prachtboulevard "Unter den Linden". In Höhe des berühmten Hotels Adlon gab der Musikzug für die zahlreichen Zuschauer ein Platzkonzert. Gespielt wurden bekannte Berliner Melodien und zackige preußische Märsche. Die Touristen aus Fernost (Japan) waren von den Darbietungen so begeistert, dass der Dirigent Stephan Senftleben Autogramme geben musste und sogar das ZDF Aufnahmen für das heute-journal machte.

Danach marschierte man wieder zurück durch das Brandenburger Tor, dieses mal mit dem "Petersburger Marsch", bis zum nahe gelegenen Reichstagsgebäude. Bei den dort in einer langen Schlange wartenden mehreren hundert Besuchern des Reichstages wurden die Augen (und Ohren) größer und größer, als der Musikzug dort mit klingendem Spiel aufmarschierte und sich auf der Freitreppe unter der berühmten Inschrift "Dem Deutschen Volke" aufstellte. Als krönender Abschluss wurde dort "Des Großen Kurfürsten Reitermarsch" gespielt, der von den Zuhörern mit viel Applaus bedacht wurde. Unter den Zuhörern befand sich auch der frühere evangelischen Pfarrer in Störmede, Karl Nielsen, der mit seiner Frau aus Flensburg angereist war, um Berlin und den Reichstag zu besichtigen und sehr überrascht war, dort Störmeder Musiker vorzufinden.

Nach diesem Höhepunkt sollte eigentlich eine größere Stadtrundfahrt folgen, aufgrund des dichten Verkehrs (der Bus stand mehr im Stau als er fuhr) musste diese jedoch stark verkürzt werden. Immerhin konnten die Musiker bei der Fahrt durch das historische Stadtviertel im Ostteil von Berlin einen Blick auf so berühmte Sehenswürdigkeiten wie den Gendarmenmarkt mit dem Französischen und dem Deutschen Dom, die Humboldt-Universität, das Zeughaus, die Mahnwache, die Staatsoper unter den Linden, den Berliner Dom und den "Palast der Republik", dem Sitz der ehem. DDR-Volkskammer, werfen. Und am Nachmittag konnte man bei einem ausgiebigen Bummel über den Kurfürstendamm das Großstadtleben hautnah erfahren.

Der Besuch in Berlin fand seinen feucht-fröhlichen Abschluss in der Gasthofbrauerei "Luisen-Bräu" in unmittelbarer Nähe zum Charlottenburger Schloss.

Allen die dabei waren wird dieser Tag in Berlin sicher immer in Erinnerung bleiben.

(Text: F.J.Schwarte)

Bilder von Berlin